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03.09.2001
Autoschnäppchen im Euroland Autokäufer in Deutschland müssen für ihre Neuwagen tiefer in die Tasche greifen als in anderen Ländern der Europäischen Union. Deshalb kann ein Autokauf im Ausland lohnen: die Preisunterschiede in Europa sind groß - teilweise bis zu 30 Prozent. Zwei mal pro Jahr erhebt die EU-Kommission die Preise für
Neuwagen in der EU. Die aktuelle Bestandsaufnahme zeigt, dass Deutschland
zu den teuersten Märkten für Neuwagen gehört. Die Kommission wirft
Herstellern wie Fiat, VW, Ford und Opel vor, hier eine Hochpreisstrategie
zu verfolgen. Preisgefüge in Europa Selbstimport oder Händlerimport? Durch einen Selbstimport kann die Ersparnis zwar höher sein, allerdings ist diese Form des Autokaufs auch die mühsamere Variante. Je besser vorbereitet der deutsche Käufer ist, um so eher gelingt es ihm, ein wirkliches Schnäppchen zu machen: beispielsweise sollte er sich gut verständigen können - nicht jeder Händler im Ausland spricht deutsch. Preisvergleiche erfordern Zeit; der nächste Händler hinter der Grenze ist nicht zwangsläufig der günstigste. Beim Preisvergleich für den Selbstimport sollte auf jeden Fall beachtet werden, dass die Standardausstattung von Land zu Land unterschiedlich sein kann - auch wenn die Typenbezeichnung des Autos dieselbe ist. So wird in Spanien eine Klimaanlage eher zur Basisausrüstung gehören als in Norwegen. Dort wird der Käufer wohl auf eine Sitzheizung als Standard Wert legen. Garantie und Gewährleistung Kaufvertrag und Überführung Die Zulassung ist heute kein Problem mehr: Notwendig sind folgende Papiere: Personalausweis oder Pass, Doppelkarte des KFZ-Haftpflichtversicherers, Originalkaufrechnung, ausländische Fahrzeugpapiere, EU-Typengenehmigung oder auch das Certificate of Conformity, kurz COC genannt. Diese besagt, dass diesem Fahrzeug eine EU-weit geltende Betriebserlaubnis erteilt wurde. Ebenso ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Kraftfahrt-Bundesamtes nötig, die bestätigt, dass das Auto bisher noch nicht in Deutschland zugelassen war und nicht als gestohlen gemeldet ist. Parallel-Import durch freie Händler Egal welchen Status der Importeur einnimmt - für den Käufer positiv ist, dass er in beiden Fällen die Einfuhr- und Zulassungsformalitäten erledigt. Der Kunde muss darauf achten, dass der Garantiezeitraum bereits mit der Übergabe des Fahrzeugs an den Importeur beginnt. ADAC-Jurist May empfiehlt, beim Autokauf über einen Importeur auf jeden Fall eine Anzahlung zu vermeiden. Die Forderung nach einer Anzahlung sei beim Neuwagenkauf unüblich. „Wir haben immer wieder Probleme damit, dass Händler eine hohe Anzahlung verlangen. Das heißt nicht zwangsläufig, dass sie unseriös sind, aber der Käufer trägt so immer das Konkursrisiko des Importeurs.“ Der Kunde sollte deshalb vertraglich vereinbaren, dass der gesamte Kaufpreis erst mit der Übergabe des Wagens fällig werde. Zusätzlich sei es sinnvoll, dass der Käufer auf einer schriftlichen Bestätigung des Liefertermines und auf der ebenfalls schriftlichen Zusicherung bestehe, dass es sich um einen Neuwagen handelt, so die Empfehlung des Verbraucherschutz-Experten vom ADAC. Doch wie erkennt ein Kunde, ob der Händler seriös arbeitet? Theo Breitgoff vom Bundesverband freier KFZ-Importeure e.V. verweist darauf, dass eigentlich „jeder reimportieren kann, der will“. Aus diesem Grund wurde der Verband gegründet. Die dort derzeit 150 organisierten Re-Importhändler unterziehen sich einer Prüfung für ein Gütesiegel, das dem Kunden seriöses Verkaufsverhalten garantieren soll. Übrigens: Das immer noch grassierende Vorurteil, EU-Autos seien minderwertiger als die für Deutschland gebauten Autos, sie hätten dünneres Blech, die Verarbeitung sei schlechter und man müßte lange auf Ersatzteile warten, ist nach Ansicht von Experten völliger Quatsch. Kein Hersteller kann es sich leisten, in den Niederlanden oder in Spanien qualitativ schlechtere Autos anzubieten. |
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Quelle:WDR (von Dörte Fleischhauer) |